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Down Under am Oberrhein

Studierende aus Adelaide erfahren gelebte Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg

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Selbstläufer: Die Studierenden entdecken Freiburgs Vorzeigestadtteil auf eigene Faust. Foto: Patrick Seeger

Im Februar 2019 haben Studierende aus Australien eine Reise nach Strasbourg und Freiburg unternommen. Die zweiwöchige Winter School ist Teil der Schlüsselpartnerschaft der Universitäten Freiburg und Adelaide und wurde für gemeinsame Partneruniversitäten im Verbund „Eucor – The European Campus“ erarbeitet. Ein Punkt auf dem Programm: die Erkundung des Quartiers Vauban.

 

Mit Frühlingswetter im Februar hat niemand gerechnet: Die Stimmung am Paula-Modersohn-Platz ist ausgelassen, Schülerinnen und Schüler stehen zusammen, schwatzen und warten in der Mittagssonne auf ihre Busse und Straßenbahnen. Die Türen der Linie 3 gehen auf, und eine Gruppe betritt den Platz im Stadtteil Vauban. Die etwa 20 Studierenden schauen sich um, manche von ihnen zücken ihre Smartphones und das Schreibzeug. Die Freiburger Umweltforscherin Dr. Sabine Reinecke teilt die Studierenden der Universität Adelaide in kleine Grüppchen auf. „Ihr wisst, was zu tun ist. Viel Spaß bei der Exkursion!“, ruft sie ihnen auf Englisch zu, ehe die jungen Leute in verschiedene Richtungen ausströmen.

Innerhalb weniger Stunden sollen die Studierenden eigenständig vier Stationen in Vauban erkunden, zu deren ökologischer und sozialer Bedeutung sie vor Ort kurze Vorträge halten. Am Ende werden sie ihre Eindrücke im Plenum reflektieren. Die Exkursion soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigen, wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Freiburg gelebt werden. Die Aktion ist Teil der zweiwöchigen Winter School, die zusammen mit Freiburgs Schlüsselpartner aus Adelaide und Strasbourg organisiert wurde. Unter dem Motto „Neue Perspektiven eröffnen“ lernen die Studierenden in Vorträgen, Workshops und Exkursionen in Strasbourg europäische Politik und in Freiburg Konzepte der Nachhaltigkeit kennen.

Ökologische und soziale Nachhaltigkeit spielt in Freiburg eine große Rolle, lernen die Gäste aus Adelaide. Foto: Patrick Seeger

Tiefgreifende Forschungskooperationen, breit angelegte Austauschprogramme in der Lehre und eine nachhaltige Vernetzung in der Verwaltung: Die Albert-Ludwigs-Universität pflegt solche Comprehensive Partnerships, also Schlüsselpartnerschaften, zu den Universitäten in Strasbourg/Frankreich, Pennsylvania/USA, Nagoya/Japan und Nanjing/China. Freiburg und Adelaide stehen am Anfang ihrer Zusammenarbeit: Die Winter School ist ein Projekt, das internationale Lehrformate ausprobieren möchte. Andere Angebote sind ebenfalls bereits vorhanden: Seit 2017 können Studierende der Pflegewissenschaften beider Universitäten an einem Austausch teilnehmen, der abwechselnd in Adelaide und in Freiburg stattfindet. In einem gemeinsamen Promotionsprogramm der Medizin und Pharmazie können Doktorandinnen und Doktoranden mindestens ein Jahr an der jeweiligen Partnereinrichtung verbringen und einen beidseitig anerkannten Abschluss machen.

„Ich hätte mir vorstellen können, hier aufzuwachsen“

Emma Guthberlet, Studentin der Rechtswissenschaft und der internationalen Beziehungen, lotst eine Gruppe zum Kinderabenteuerhof. Sie erläutert das pädagogische Konzept der Einrichtung, das auf Inklusion, einen verantwortlichen Umgang mit der Natur und auf Partizipation setzt. Die nächste Station ist die Selbstorganisierte unabhängige Siedlungsinitiative, kurz: SUSI. Jessica McGuire, Arts and Sciences, stellt das selbstverwaltete Wohnprojekt vor, das sich 1993 nach dem Abzug der französischen Armee in der ehemaligen Militärkaserne angesiedelt hat. Für Gesprächsstoff sorgen die niedrigen Mietpreise. „Hier scheint die Gemeinschaft im Vordergrund zu stehen. Es wirkt inklusiv und offen für alle. Ich hätte mir vorstellen können, hier aufzuwachsen“, findet Guthberlet.

Ihrer Kommilitonin Natalie Jong hat es das Heliotrop angetan: Das preisgekrönte Drehsolarhaus kann zur Sonne ausgerichtet werden und mehr Energie produzieren, als es selbst verbraucht. Die Komposttoiletten des Hauses bringen die Studierenden zum Schmunzeln. Danach führt Qabas Al Humaidi die Gruppe zum Green City Hotel, von dessen Fokus auf ökologischem Bewusstsein und sozialer Verantwortung der Student überzeugt ist. Vor vier Jahren wanderte er aus dem Oman nach Australien aus, um Innovation und Entrepreneurship zu studieren. Am Marktplatz angekommen, möchte Sabine Reinecke von den Studierenden wissen, was sie in Vauban gelernt haben. Für bemerkenswert halten viele die nachhaltige Ausrichtung und den inklusiven, toleranten Charakter des Quartiers. Jessica McGuire ist allerdings überrascht, dass dort so viele Autos unterwegs sind: „Bei einem grünen Stadtteil hätte ich das nicht erwartet.“

Aus dem Seminar ins Freie: Die Winter School verbindet beim Thema Nachhaltigkeit Theorie mit Praxis. Foto: Patrick Seeger

Lernen, erkunden, vernetzen

Sabine Reinecke von der Professur für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg übernahm die akademische Leitung des hiesigen Programmteils, den sie nach ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten ausrichtete. Organisatorische Unterstützung erhielt sie von Kathleen Tribe von der Faculty of the Professions International Team in Adelaide. Auch die Umweltwissenschaftlerin Dr. Sabine Sané, der Umweltwissenschaftler Dr. Philipp Späth, der Geograph Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld und der Umweltmeteorologe Dr. Dirk Schindler referierten im Laufe der Woche zum Thema Nachhaltigkeit. Reinecke habe die Studierenden ganz schön gefordert und in Diskussionen verwickelt. Trotzdem haben sie stets ihre gute Laune behalten. „Das zeugt vom Engagement der Gruppe“, betont sie.

Die Studierenden zeigten sich besonders vom Lehrpersonal begeistert: „Unsere Ansprechpartner hier sind echte Expertinnen und Experten auf ihrem Gebiet. Die kannst du alles fragen und erhältst eine fundierte Antwort“, sagt Jessica McGuire. Kathleen Tribe hält die Winter School für ein gelungenes Konzept: „Dieses kurze Programm ermöglicht es unseren Studierenden, die jeweiligen wissenschaftlichen Stärken jeder Einrichtung aus einer einzigartigen europäischen Perspektive zu erleben. Diese Erfahrungen können sie nicht in Adelaide sammeln.“

Eine Partnerschaft für die Zukunft

Der Besuch werde nicht das letzte Projekt gewesen sein, das Strasbourg und Freiburg für gemeinsame Partneruniversitäten im Verbund Eucor – The European Campus umsetzen, sagt Katharina Aly, Leiterin des International Office der Universität Freiburg: „Geplant ist, eine Summer oder Winter School mit einem starken akademischen Fokus für Bachelorstudierende der Universität Freiburg und ihrer Partner auch in Zukunft anzubieten – und damit den Werkzeugkasten der internationalen Lehre um ein weiteres Format zu bereichern.“ Die Partnerschaft stärke neben der Forschung und Lehre auch die Verwaltung: „Seit 2017 begrüßen wir im Rahmen unseres Austauschs für internationale Partneruniversitäten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Adelaide in Freiburg.“ Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte seien die Partnerschaften gewachsen und zeigen ein großes Entwicklungspotenzial, das der Universität als Ganzes zugutekomme, erklärt Aly.

In Vauban machen sich die Studierenden derweil auf den Weg zurück ins Hotel. Auf die Frage nach ihren persönlichen Highlights schwärmt Jessica McGuire von der gemeinsamen Exkursion auf dem Schauinsland: „Das war eine tolle Erfahrung. Die meisten von uns haben zum ersten Mal Schnee gesehen.“

Patrick Siegert
 

Informationen zur Schlüsselpartnerschaft

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