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Herausforderung European Campus

Phillip Stöcks schätzt die Möglichkeiten, die Eucor – The European Campus Studierenden eröffnet, sieht aber auch Verbesserungsbedarf

Herausforderung European Campus

Der European Campus bietet Studierenden die Möglichkeit, Seminare an fünf Universitäten zu belegen – allerdings sind die unterschiedlichen Semesterzeiten dabei oft eine Hürde. Foto: Jürgen Gocke

Die Universitäten Freiburg, Strasbourg, Basel, Haute-Alsace und das Karlsruher Institut für Technologie bieten einen grenzüberschreitenden Campus für ihre insgesamt 115.000 Studierenden. Der Studierendenrat von Eucor – The European Campus vertritt ihre Interessen. Pascal Lienhard hat sich mit Phillip Stöcks, dem Präsidenten des Vereins, über die Arbeit des Rats und die Möglichkeiten der Mobilität unterhalten.

Herr Stöcks, was hat Sie am Studierendenrat von Eucor interessiert?

Phillip Stöcks: Im November 2016 hat die damalige Verwaltung des Studierendenrats Freiburg gefragt, wer die Universität bei Eucor vertreten möchte. Der European Campus wird immer wieder in der Presse erwähnt. Für mich war allerdings unklar, wie dort eine studentische Partizipation funktionieren kann. In Freiburg hatte sich noch niemand mit dem Thema beschäftigt, ich fand das aber sehr interessant. Da habe ich beschlossen, mich der Sache anzunehmen.

Wie setzt sich der Rat zusammen?

Jede Universität schickt zwei Vertreterinnen oder Vertreter sowie zwei Stellvertreterinnen oder -vertreter. Aus diesem Pool werden ein Vorsitzender oder eine Vorsitzende sowie je eine Person für die Verwaltung und die Kassenprüfung gewählt. Wir versuchen, uns halbjährlich zu treffen. Die Diskussion findet der Einfachheit halber meist auf Englisch statt. Lockere Gespräche gibt es auch auf Deutsch oder auf Französisch.
 

Was ist die Aufgabe des Studierendenrats?

Die Repräsentantinnen und Repräsentanten der jeweiligen Studierendenvertretungen bringen die Anliegen der Studierenden ihrer Universität ein. Als Präsident vertrete ich deren Interessen in den Gremien des European Campus, also in Bezug auf die Strategieplanung oder die zukünftige Gestaltung der Lehre. Neben dieser Arbeit ist es für mich wichtig, die Studierenden direkt zu erreichen und auf das Angebot und mögliche Probleme aufmerksam zu machen. Abstrakte Themen wie Hochschulfinanzierung sind schwierig zu durchschauen und nicht das größte Interesse vieler. Eine erleichterte Mobilität und ein trinationales Angebot hingegen wecken bei vielen Studierenden Interesse und die Bereitschaft, sich in der Studierendenvertretung zu engagieren.
 

Worin sehen Sie die Vorteile des European Campus?

Das Projekt kann sehr viele Vorteile bieten. Besonders interessant ist, dass die Universitäten nah beieinander liegen. So wird eine neue Form der Mobilität geschaffen. Im Unterschied zu ERASMUS+ kann man auch nur tageweise Veranstaltungen an einer anderen Universität besuchen. So können auch Studierende, die etwa familiäre Verpflichtungen haben, teilnehmen, und auch die finanziellen Zugangshürden sind geringer. Leider stehen den Studierenden aber nicht die Fördermöglichkeiten von ERASMUS+ offen.
 

Machen Sie selbst vom Angebot des European Campus Gebrauch?

Bisher nicht. Ich würde aber gerne im kommenden Semester eine Vorlesung in Strasbourg besuchen. Ich will nicht verschweigen, dass es noch große Probleme gibt. So gibt es Hürden wie die Semesterzeiten, die in Karlsruhe und Freiburg andere sind als in Strasbourg, Haute-Alsace und Basel. Das macht es im Sommersemester praktisch unmöglich, auch Veranstaltungen in Frankreich zu belegen. Das Semester beginnt dort schon am 15. Januar, während wir das Wintersemester erst im April abschließen. Die schnellstmögliche Anpassung der Semesterzeiten ist daher eine unserer Kernforderungen. Nur so können viele das Angebot langfristig nutzen.

„Die Finanzierung nachhaltig zu sichern sehen wir als eine der größten Herausforderungen“, sagt Phillip Stöcks. Foto: Sandra Meyndt

Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit noch?

Viele Studierende wissen nichts vom European Campus, oder ihnen ist nicht klar, welche Möglichkeiten er bietet. Der Studierendenrat und die Universitäten müssen die Sichtbarkeit erhöhen, etwa durch regelmäßige Informationsveranstaltungen und Beratungstermine. Aktuell wird zum Beispiel auch über Eucor-Botschafterinnen und -Botschafter diskutiert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein weiteres Problem ist die Finanzierung, die zum Teil bald ausläuft, und wie es weitergeht, ist bislang unklar. Die Finanzierung nachhaltig zu sichern sehen wir als eine der größten Herausforderungen. Es gibt außerdem eine europaweite Initiative von Emmanuel Macron, die die Schaffung europäischer Universitätsverbünde anstrebt. Aktuell will man den European Campus sehr danach zuschneiden, dabei ist Macrons Idee durchaus kritikwürdig: Die Initiative will keinen breiten, ausdifferenzierten Hochschulraum schaffen, von dem alle profitieren könnten. Stattdessen steht sie für universitäre Netzwerke für die europäische Elite.

 

Mitmachen

Alle Studierenden sind herzlich eingeladen, sich im Studierendenrat von Eucor – The European Campus zu engagieren. 

E-Mail: student-council@eucor-uni.org 

 

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