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Helden im Lexikon

Sonderforschungsbereich der Universität Freiburg feiert Launch der Online-Enzyklopädie „Compendium heroicum“

Helden im Lexikon

Alexander der Große im Ausschnitt eines Mosaiks der Darstellung einer Schlacht gegen den Perserkönig Dareios III., ausgestellt im Museo Archeologico Nazionale in Neapel/Italien. Quelle: Magrippa/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Ob in politischen Diskursen, in der Populärkultur und in ethischen Debatten: Heldinnen und Helden erleben eine Renaissance. „Angesichts der gegenwärtigen Relevanz des Themas trägt die Heldenforschung besondere Verantwortung, die Öffentlichkeit auf möglichst einfache und zugängliche Weise an ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen“, betont Prof. Dr. Ralf von den Hoff, Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Albert-Ludwigs-Universität. Der SFB und das Projekt Open Encyclopedia System (OES) der Freien Universität Berlin haben daher gemeinsam das Online-Lexikon „Compendium heroicum“ gestartet – eine offene digitale Plattform, die den direkten Zugriff auf zentrale Ergebnisse der Heldenforschung ermöglicht.

Inhaltlich ist das Compendium heroicum in fünf Rubriken gegliedert, die sich jeweils unterschiedlichen Aspekten des Heroischen widmen: „Heldentypen“ stellt heroische Figuren und Modelle heldenhaften Handelns vor, „Kulturen und Praktiken“ beleuchtet Gemeinschaften und deren Helden im historischen Kontext. „Objekte und Attribute“ veranschaulicht die Dinglichkeit und Symbolik des Heroischen, „Theorie des Heroischen“ stellt grundlegende Ansätze und Begriffe vor, und „Medialität“ widmet sich der Frage nach der Ästhetik und den Erzählmustern. Die einzelnen Beiträge des Lexikons zeigen unter anderem, wie Helden zugleich als außergewöhnlich gelten und zur Nachahmung auffordern, wie sie Grenzen überschreiten und dennoch moralische Orientierung bieten oder auf welche Weise sich Gesellschaften ihre Helden erschaffen und an ihnen ihr Selbstverständnis verhandeln.

Verfasst werden die Beiträge von den Mitgliedern des SFB sowie Gastautorinnen und -autoren aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Fächern. „Dieser transdisziplinäre Ansatz ermöglicht einen weiten historischen Blick, der von der Antike bis in das 21. Jahrhundert reicht, und eine überkulturelle Perspektive, die sich für die Bedeutung heroischer Figuren innerhalb und außerhalb europäischer Kontexte interessiert“, sagt von den Hoff. Aktuell umfasst das Lexikon 28 Beiträge, und vorgesehen ist, den Bestand kontinuierlich auszubauen – mindestens bis zum Ende der zweiten Förderphase des SFB im Jahr 2020: „So trägt das Compendium heroicum entscheidend dazu bei, die Synthese der in unserem Sonderforschungsbereich entfalteten Forschungsaktivitäten zu stärken und ihre Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit zu gewährleisten.“

Das Lexikon basiert auf Open-Source-Software und veröffentlicht seine Inhalte unter einer Open-Access-Lizenz. „Das Compendium heroicum ist ein Pionierprojekt, das aus den Potenzialen der Digital Humanities schöpft und diese erweitert“, bilanziert Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét, die leitende Herausgeberin des Compendium heroicum. „Es setzt neue Maßstäbe für die Präsentation geisteswissenschaftlicher Erkenntnisse und entwirft ein von Forschungsgemeinschaften einfach zu realisierendes Modell, das gewonnene Wissen auf zeitgemäße und transparente Weise mit einem breiten Publikum zu teilen.“ 

Weitere Informationen

 

 

Kontakt:
Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét
Kunstgeschichte
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3088

Dr. Georg Feitscher
Sonderforschungsbereich „Helden – Heroisierungen – Heroismen“
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-67609

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