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Vierzehn Jahre ehrenamtlicher Einsatz für die Universität - Margret Böhme zieht sich von der offiziellen Arbeit als zweite Vorsitzende des Alumni Freiburg e.V. zurück

Margret Böhme ist die Frau der ersten Stunde: 1998 wurde die überzeugte Alumna zur stellvertretenden Vorsitzenden des neu gegründeten Fördervereins Alumni Freiburg gewählt. Seit 14 Jahren war sie das Gesicht des Vereins und hielt den weltweiten Kontakt zu den Alumni. Am 30. September 2012 verließ mit Margret Böhme eine Botschafterin der Alumni-Idee ihr Ehrenamt. Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg würdigt Margret Böhmes beispielloses Engagement mit einem Interview.

2007 traf Margret Böhme als stellvertretende Vorsitzende des Alumni Freiburg e.V. (Mitte) anlässlich der 550 –Jahrfeier der Freiburger Universität Ehrensenator Dr. Shin-Ho Kang aus Korea (rechts) und Professor Da-An Gao, damaliger Präsident des Alumni-Clubs in China (vorne links) gemeinsam mit ihrem Ehemann Rolf Böhme, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Freiburg (links hinten).

Für den Alumni-Newsletter sprach Matthias Kuta mit Magret Böhme:

Alumni-Newsletter: Sie haben als Gründungsmitglied Alumni Freiburg e.V. von Beginn an begleitet. Was fasziniert Sie an der Idee von Alumni?

Margret Böhme: „Durch meine Kinder erlebte ich auch persönlich den internationalen Wettbewerb der angloamerikanischen Universitäten um die klügsten Köpfe. Deutsche Universitäten waren dabei kaum präsent. Ich hatte das Gefühl, dass deutsche Hochschulen international stärker in der Öffentlichkeit sichtbar sein müssen. Bevor Alumni in Freiburg begann, hatte ich bereits Adressen von ehemaligen Studierenden gesammelt und an die Universität weitergeleitet. 1998 fragte mich der damalige Rektor Professor Wolfgang Jäger, ob ich für den Alumni Verein tätig werden wolle.
Die meisten Alumni haben sich während ihrer eigenen Studienzeit in Freiburg wohlgefühlt. Die eigene Biographie verbindet lebenslang mit Stadt und Universität. Die ehemaligen Studierenden sind es, die den guten Ruf der Universität weltweit in die Öffentlichkeit tragen.“

Alumni-Newsletter: Sie haben in den 1960er Jahren in Freiburg Volkswirtschaftslehre studiert. Wie begeisterte Sie die Albert-Ludwigs-Universität, sodass Sie ihr bis heute die Treue halten?

Margret Böhme: „Ich kam nach Freiburg, weil mir die Stadt gefiel. Zudem fuhr ich gerne Ski. So nahm ich im Wintersemester 1964/65 das Studium der Volkswirtschaftslehre in Freiburg auf. Zu den faszinierenden Hochschullehrern an der Fakultät gehörte der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek. Als Studienanfängerin konnte man damals quer durch alle Fakultäten hören und lernen. Zudem war der Alltag an der Universität von allgemeinen gesellschaftspolitischen Debatten geprägt. Die späten 60er Jahre waren eine bewegte Zeit.“

Alumni-Newsletter: Seit 1998 sind Sie zweite Vorsitzende von Alumni Freiburg e.V. Was lag Ihnen während Ihrer Amtszeit besonders am Herzen?

Margret Böhme: „Mir war es wichtig, dass in der Universität eine Plattform geschaffen wurde, wo sich ehemalige Studierende untereinander vernetzen und den Kontakt mit ihrer Alma Mater wieder aufnehmen konnten. Die angesprochenen Alumni haben sich meistens darüber gefreut. Viele wollten Ihrer Universität etwas zurückgeben, indem sie Mitglied im Förderverein wurden oder für Universitätsprojekte spendeten. Als zweite Vorsitzende des Alumni Fördervereins habe ich versucht diese Initiative der Universität zu unterstützen.“

Alumni-Newsletter: Ihr Ehemann war von 1982 bis 2002 Freiburger Oberbürgermeister. Neben Ihrem Mann als Repräsentant Freiburgs waren Sie gewissermaßen Gesandte der Universität. Wie wird Freiburg international als deutsche Universitätsstadt wahrgenommen?

Margret Böhme: „Wer sich auskennt, schätzt die Universität Freiburg enorm. International steht die Freiburger Universität aber leider – gemessen am Bekanntheitsgrad – im Windschatten von München und Heidelberg. Die Stadt Freiburg mitsamt ihrem Markenzeichen, der Universität, hat aber ein besonderes Potenzial durch ihre Lage im Dreiländereck. Diese Besonderheit gilt es, international zu präsentieren. Die Zusammenarbeit mit den Universitäten in Basel und Straßburg ist eine Zukunftschance für die Universität.“

Alumni-Newsletter: Welche internationale Bedeutung hat das Alumni-Netzwerk für die Freiburger Universität?

Margret Böhme übergibt ein Ultraschallgerät, mit dem die Medizinstudierenden üben können.

Margret Böhme: „Die Alumni-Clubs sind Foren, in denen sich die Universität Freiburg im In- und Ausland darstellen kann. Hervorragende Forscherpersönlichkeiten können in den Clubs auftreten und die Universität positiv repräsentieren. Das Alumni-Netzwerk ist nicht nur eine Bereicherung, sondern sollte auch als unverzichtbarer Teil eines Marketingkonzepts der Universität begriffen werden.“

Alumni-Newsletter: Der Kontakt zu den Alumni-Clubs im Ausland war Ihnen eine Herzenssache. Oft haben Sie bei privaten Reisen die Clubs besucht. Sie wurden zur weltweiten Botschafterin von Alumni Freiburg. An welche Begegnungen erinnern Sie sich besonders gerne?

Margret Böhme: „Drei sehr unterschiedliche Begegnungen möchte ich erwähnen, die ich auf meinen selbst finanzierten Reisen gemacht habe:
Zunächst Kamerun: Dort fühlen sich die Alumni in einer unvergleichlichen Intensität mit Deutschland verbunden. Bereits im Gymnasium lernen viele Kinder Deutsch, um zum Studium in unser Land zu kommen. Das hat mich sehr beeindruckt. Grundsätzlich sollten wir dafür sorgen, dass unsere ausländischen Alumni – auch mit Unterstützung der deutschen Wirtschaft – Arbeit in ihren Heimatländern finden und bessere Chancen in Deutschland bekommen.
Dann erinnere ich mich gerne an einen Konzertabend in Japan. Mit der Hilfe meines Mannes, der damals Oberbürgermeister war, gelang es mir, eine Bank zu überzeugen, unsere japanischen Alumni zu einem Konzertabend des Gewandhausorchesters Leipzig in Tokio einzuladen. Gerade die kulturelle Bindung an Deutschland ist ein wichtiger Grund für unsere Alumni, sich auch im Ausland in Alumni-Freiburg-Clubs zusammenzufinden und so für ein Studium in Deutschland zu werben.
In Korea erlebte ich eine überwältigende Sympathie gegenüber Deutschland, nirgendwo sonst habe ich das so erfahren. Aus Korea kommen die größten Zuwendungen für den Alumni Förderverein und damit für die Universität. Mit Dank möchte ich den Ehrensenator der Universität, Herrn Dr. Shin-Ho Kang, erwähnen. Der private Zugang zu koreanischen Alumni bleibt für mich ein unvergesslicher Lebensschatz.
Die Pflege unserer Alumni ist eine Außenpolitik im Kleinen. Meiner Erfahrung nach genießt unser Bildungswesen ein hohes Ansehen und ist ein elementares Instrument, um zu anderen Ländern eine langfristig positive Beziehung aufzubauen.“

Alumni-Newsletter: Seit 2000 sind Sie zudem Vorsitzende des Beirats des Arnold-Bergstrasser-Instituts für kulturwissenschaftliche Forschung in Freiburg. Wie sieht Ihre Freizeit neben dem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement aus?

Margret Böhme: „Für mich gibt es keine scharfe Trennung zwischen Freizeit und ehrenamtlichem Engagement. Ich habe mich immer für Entwicklungspolitik und Außenpolitik interessiert und arbeitete nach meinem Abschluss als Diplomvolkswirtin von 1969-1972 als Assistentin des Deutschen Bildungsrats in Bonn und am Institut für Entwicklungspolitik in Freiburg. Nach der Geburt zweier Kinder wollte ich im Arnold-Bergstraesser-Institut beruflich aktiv werden. Dann wurde ich ein drittes Mal schwanger, sodass ich diese Pläne aufgab. Es hat mich jedoch sehr gefreut, als ich im Jahr 2000 vom Direktor des Bergstraesser-Instituts gefragt wurde, ob ich den Vorsitz des Beirats übernehmen wolle. Da schloss sich für mich der Kreis, und so war es auch bei Alumni. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich bei Alumni machen konnte, und dass ich einbezogen wurde in den Aufbau des Netzwerkes. Das deckte sich mit meinen eigenen Interessen. Gerne habe ich die Alumni auch bei mir Zuhause zu Gast gehabt.“

Alumni-Newsletter: Was wünschen Sie Alumni Freiburg e.V. nach ihrem Ausscheiden als langjährige zweite Vorsitzende?

Margret Böhme: „Ich wünsche mir, dass die Universität ihre Alumni-Arbeit strategischer einsetzt und die Organisation in der Universität personell so ausstattet, dass dies möglich ist. Wichtig ist auch, dass diejenigen, die sich ideell, mitunter auch finanziell für ihre Alma Mater engagieren wollen, die nötige Ansprache und Unterstützung erfahren. Der Aufbau eines weltweiten Alumni-Freiburg-Netzwerks ist eine langfristige Aufgabe. Die Früchte wird man später ernten. Ich werde der Alumni-Idee auch zukünftig verbunden bleiben.“

 

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